Studentischen Rat gesucht. :-/

Hallo allerseits,
das geht natürlich nicht nur an Studierende…
Ich steht kurz vor meinem Abschluss und habe noch nie ein Referat gehalten, doch jetzt ist es soweit… Ich hab so unglaubliche Angst, vor Leuten zu reden… Habe auch vor einiger Zeit schonmal eine Psychologin zu Rate gezogen, aber auch ihre Tipps haben kaum geholfen.
Ich habe dem Doz mein Problem erklärt und er meinte, ich könne stattdessen eine Hausarbeit schreiben aber, na ja… Auch das habe ich noch nie gemacht! Themenfindung, Gliederung, Struktur… All das soll ich jetzt allein durchziehen?

Hilfe! :frowning:

Du stehst vor deinem Abschluss und hast noch nie einen Vortrag gehalten oder Hausarbeit geschrieben? Da hast du dich aber gut durchgewurschtelt. Ich kenne aber tatsächlich auch Leute, die große Probleme haben mit der Nervosität. Die können top vorbereitet sein aber vor Leuten bringen die kein Wort raus. Es gibt da allerdings auch Methoden, sich selbst zu beruhigen oder sogar spezielle Tees. Insgesamt ist es aber auch eine Übungssache und umso öfter man das macht, umso sicherer wird man auch.

Was die Hausarbeit angeht, wird das sicherlich nicht so ohne weiteres machbar sein, wenn man noch nie etwas in die Richtung geschrieben hat. Das ist richtige Handwerk und muss erlernt werden. Wenn das so kurzfristig nicht mehr möglich ist, würde ich die Arbeit von jemand anderem machen lassen. Ist zwar dann nicht unbedingt rühmlich aber mittlerweile machen das sowieso fast alle: https://www.ghost-and-write.de/ghostwriter/hausarbeit/

95% aller Hausarbeiten sind sowieso Abfall und tragen keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse bei.

Beste Grüße

Hi RheinSchwein,

das klingt nach einem schwierigen und großem Problem - für das es vermutlich keine einfache "Muster"lösung gibt, gerade wenn Du Dich auch schon um professionelle Hilfe gekümmert hast.
Grundsätzlich glaube ich aber, dass Du da auf einem guten Weg bist: Mit dem Mut, dieses Problem offen anzusprechen und zu versuchen Dir Hilfe zu holen.
Zum einen könntest Du natürlich ersteinmal noch einer anderen Person die sich professionell mit Prüfungs- oder Vortragsangst beschäftigt eine Chance geben: Vielleicht war zwischen Dir und der Psychologin mit der Du schon gearbeitet hast der Draht der falsche oder Ihr habt es zu kurz versucht? Der AsTa hat da auch Angebote die sich vor gearde im studentischen Kontext damit auskennen.
Auch dass Du mit deinem Dozenten schon gesprochen hast ist positiv und hat sicher Mut erfordert. Wenn Du das Gefühl hast das mit der Prüfungsangst ist in Zuge dieser Arbeit nicht bewältigbar klingt das Angebot eine Hausarbeit abzugeben doch sehr fair.
Hausarbeiten scheinen ja in Deinem Fach nicht so üblich zu sein, wenn Du kurz vor Abschluss noch keine Geschrieben hast. Aber in anderen Fächern ist das super übliche und viele Studierende schreiben Dutzende davon in ihrem Studium. Das geht schon. Und wenn Dein Dozent bereit war den Vortrag durch eine Hausarbeit zu ersetzten dann ist er im Zweifelsfall auch ein Typ der - im Wissen von Deiner schwierigen Situation - Dich auch bei einer Unvollkommenen Hausarbeit bestehen lässt.
Und natürlich ist eine Hausarbeit - auch von Leuten die schon viele geschrieben haben - nicht perfekt. Darum musst/brauchst Du Dir erstmal nicht zu viele Sorgen halten. Man lernt dass durchs probieren. Und da ist es auf jeden Fall legitim und gut sich bei HIlfe zu holen - vielleicht von Freund*innnen die studieren, vermutlich gibt es auch da vom AStA hifestellungen (weiß ich jetzt nicht aus dem Kopf) oder eben in Internetforen etc.
Und (jetzt mache ich den Bogen zu BonnToRun) die Arbeit soll ganz wahrscheinlich nicht den Anspruch haben „neue wissenschaftliche Erkentnisse“ beizutragen. Wir reden ja immerhin nur von einer Hausarbeit. Das ist im Wesentlich nur eine Methode dass Du Dich so tief mit einem gewissen Thema auseinandersetzt - am Besten aus mehr als einer schriftlichen Quelle, dass Du es am Ende auch schriftlich wiedergeben kannst. Nicht mehr und nicht weniger.

Schließlich: Die Idee mit dem Ghostwriter: Ich habe da unter ganz speziellen Umständen Verständnis für. Wenn Menschen sehr intensiv versucht haben etwas zu Papier zu bringen und daran schließlich gescheitert sind, schon mindestens einmal durchgefallen sind und deren persönliches Glück sehr von dem Abschluss des Studiums abhängen.
Wenn das nicht der Fall ist finde ich das daneben. Dann ist ein verächtlichmachung der Leistungen der anderen Studierenden und ein Vortäuschen von Fähigkeiten die man nicht hat.
Als Letzter Ausweg sicher verständlich und ggfs. okay, als erster Tipp auf " ich weiß nicht wie ich eine Hausarbeit schrieben soll" aber m.E. nicht die richtige Richtung.

Vortragsangst überwindet man nur durch vortragen und vorbereiten.
Sprich: Thema verstehen. Lesen. Verstehen. Mehr lesen.
Gliedern in eine Fragestellung, die du ganz konkret im Mittelteil durchsprichst (Warum ist das relevant, was ist der Hintergrund, was ist wichtig, und ein Fazit, welches did Antwort liefert. Stichwort ist hier Storytelling.
Das schreibst du nieder. Mit jemandem aus dem Fach diskutieren. Dann bist du inhaltlich vorbereitet.

Dann nimmst du dir eine Vortragstechnik, mit der du dich wohlfühlst. Ich empfehle für Anfänger: Den Text auf A4 Seite bringen. Zeitrahmen beachten. Ablesen. Zu Stichpunkte zusammenfassen, die du immer knapper machst. Vortrag laut üben. Vor Freunden oder Verwanten üben. Feedback holen. Auf Karteikarten schreiben, mit denen du vorträgst. Erneut vortragen üben. Zeitrahmen beachten. Laut üben, bis es dir aus dem Hals heraushängt. Unter der Dusche vortragen.

Die Karteikarten sind dann beim eigentlichen Vortrag dein roter Faden, du wirst sie aber nicht brauchen. Denn du fühlst dich dann sicher im Inhalt. Auch wenn du vermutlich Lampenfieber haben wirst, das geht bei vielen nie weg.

Diese Techniken, die du im Studium dir aneignest, ist so wichtig, dass du sie später vermutlich immer wieder brauchst. Von daher sind Ghostwriter zwar nett, aber auf lange Sicht bringt es dir nur etwas, wenn du dich stellst und Hausarbeiten gliedern und Vorträge halten lernst.

Glaub mir, ich war vor meinem Studium genauso. Bis ich es geübt habe, aus Fehlern gelernt habe, Bühnen bei Poetry Slams bestiegen habe, um Angst zu überwinden. Und das, obwohl ich nuschel wie Sau, bis heute Angst vor freien Reden habe.

Vortragen ist 30% Übung und 50% inhaltliche Vorbereitung, der Rest ist Performance, Gestik, Mimik.

Du schaffst das schon.